A+ A A-
Willkommen, Gast
Benutzername Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA: Wie Contergan-Skandal?

Wie Contergan-Skandal? 13 Sep 2019 18:36 #46244

  • werner
  • OFFLINE
  • Hochaktiv-Moderator(in)
  • Beiträge: 2454
  • Punkte: 3720
  • Honor Medal 2010
www.krone.at/1995330

Wie Contergan-Skandal?
Mehrere Kinder ohne Hände in Deutschland geboren

Eine Serie von Fehlbildungen bei Neugeborenen in Deutschland sorgt derzeit für Aufsehen. So kamen im Sankt-Marien-Hospital in Gelsenkirchen innerhalb weniger Wochen drei Kinder zur Welt, denen eine Hand bzw. Teile davon fehlten. Die Ursache ist unbekannt, die Kinder hatten keine Gemeinsamkeiten, außer dass sie alle aus der Nähe von Gelsenkirchen kommen. Eine Hebamme machte die Fälle, die an den Contergan-Skandal in den 1960er-Jahren erinnern, öffentlich. Mittlerweile haben sich ihren Angaben zufolge schon 20 betroffene Familien aus ganz Deutschland gemeldet. Bekannt seien auch Fälle aus Frankreich.
Die drei jüngst betroffenen Kinder waren im Sankt-Marien-Hospital zur Welt gekommen, ihre Mütter waren dort bei der Entbindung zum ersten Mal untersucht worden. „Bei zwei der betroffenen Kinder war die linke Hand deformiert, Handteller und Finger nur rudimentär angelegt“, so ein Sprecher der Klinik gegenüber der „Bild“. „Bei einem Kind war die rechte Hand betroffen.“ Weitere Fehlbildungen gab es laut Auskunft der Klinik nicht. Die Familien der Kinder kommen zwar alle aus der Nähe von Gelsenkirchen, hätten aber sonst keine Gemeinsamkeiten. Das mehrfache Auftreten könne Zufall sein, der kurze Zeitraum sei jedoch auffällig, so der Sprecher.
„Bis jetzt haben sich 20 Familien gemeldet“
Mittlerweile wurde auch ein Experte von der Berliner Charité hinzugezogen. Öffentlich gemacht hat den Fall die Hebamme Sonja Liggett-Igelmund (45). Sie hatte in einer Hebammengruppe im Internet erstmals von der auffälligen Anzahl der Fälle gehört: „In Frankreich gab es auch diese Fälle, mindestens 25. Bis jetzt haben sich 20 Familien bei mir gemeldet, deren Kinder auch betroffen sind. Eine Mutter, die sich viel mit Umweltgiften beschäftigt, vermutet die Ursache in allem, was auf Deutschlands Feldern gespritzt wird." Über die sozialen Netzwerke werden nun weitere Betroffene gesucht.
Pestizide schuld an Fehlbildungen?
Fehlbildungen dieser Art entstehen im Frühstadium der Schwangerschaft und können tatsächlich durch Gifte ausgelöst werden. Umweltschützer hatten bereits 2018, nachdem es in Frankreich die ersten Fälle gegeben hatte, Pestizide dafür verantwortlich gemacht. Viele Betroffene in Frankreich sollen in der Nähe von Sonnenblumen- und Getreidefeldern gelebt haben.
Erinnerungen an Contergan-Skandal
Berichte dieser Art rufen bei vielen Erinnerungen an den Contergan-Skandal Anfang der 1960er-Jahre hervor. Damals kamen weltweit etwa 5000 bis 10.000 Kinder mit Fehlbildungen an Armen und/oder Beinen sowie mit anderen schweren Behinderungen zur Welt. Ihre Mütter hatten zuvor das damals rezeptfreie Beruhigungsmittel Contergan eingenommen - welches als unter anderem als Medikament gegen Morgenübelkeit in der Schwangerschaft eingesetzt wurde. Der Skandal hatte weltweite Auswirkungen auf den Umgang mit Arzneimittelzulassungen.
Folgende Benutzer bedankten sich: admin, Tom 61, tina 1961, Spoekesmaker

Wie Contergan-Skandal? 13 Sep 2019 19:46 #46245

  • werner
  • OFFLINE
  • Hochaktiv-Moderator(in)
  • Beiträge: 2454
  • Punkte: 3720
  • Honor Medal 2010
www.bild.de/news/inland/news-inland/gels...n-64670238.bild.html

Hebamme enthüllt Schon drei Kinder ohne
Hand in Gelsenkirchen geboren
„Allein heute haben sich 20 weitere betroffene Familien gemeldet“
von: Celal Cakar veröffentlicht am
13.09.2019 - 16:41 Uhr

Gelsenkirchen – Es ist der Horror für alle Eltern. Ihr Baby wird mit einer Behinderung geboren, ohne Vorwarnung. Jetzt der fast unglaubliche Fall, der umso mehr Angst macht: In einer Klinik in Gelsenkirchen (NRW) kamen innerhalb von wenigen Wochen drei Säuglinge mit der gleichen Fehlbildung zur Welt.

Ihnen fehlte eine Hand, bzw. Teile davon. Und: offenbar gibt es noch viel mehr Fälle!
Die drei Kinder wurden im Sankt-Marien-Hospital geboren. Die Mütter waren dort bei der Entbindung zum ersten Mal untersucht worden. „Bei zwei der betroffenen Kinder war die linke Hand deformiert, Handteller und Finger nur rudimentär angelegt,“ so ein Sprecher gegenüber der WAZ. „Bei einem Kind war die rechte Hand betroffen.“

Weitere Fehlbildungen gab es angeblich nicht. Die Familien der Kinder kommen zwar alle aus der Nähe von Gelsenkirchen, hätten aber sonst keine Gemeinsamkeiten. Das mehrfache Auftreten könne Zufall sein, der kurze Zeitraum sei jedoch auffällig, so der Sprecher.
Folgende Benutzer bedankten sich: admin, edschie, Tom 61, tina 1961, WerBo

Wie Contergan-Skandal? 15 Sep 2019 17:55 #46251

  • werner
  • OFFLINE
  • Hochaktiv-Moderator(in)
  • Beiträge: 2454
  • Punkte: 3720
  • Honor Medal 2010
www.aachener-zeitung.de/nrw-region/gelse...-unklar_aid-45842037

Drei Säuglinge betroffen : Ursache von Handfehlbildungen bei Neugeborenen unklar

Gelsenkirchen Drei Säuglinge kommen innerhalb von zwölf Wochen in einem Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen mit einer Fehlbildung an der Hand zur Welt. Ob das Zufall ist oder alle Fälle eine gemeinsame Ursache haben, ist derzeit unklar.


Verdächtig, auffällig - mit diesen Worten beschreiben Mediziner die Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen in einem Gelsenkirchener Krankenhaus. Drei Säuglinge wurden dort zwischen Mitte Juni und Anfang September mit fehlgebildeten Händen geboren. An jeweils einer Hand sind Handteller und Finger der Babys nur rudimentär angelegt.

Die Art der Fehlbildungen weckt Erinnerungen an den Contergan-Skandal der 1960er Jahre, den größten Arzneimittelskandal der Geschichte. Damals hatte ein Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid, das Schwangeren unter anderem gegen Übelkeit verordnet wurde, Fehlbildungen an den Gliedmaßen ausgelöst.

Bei den Gelsenkirchener Fällen ist die Ursache derzeit völlig unklar - es ist denkbar, dass die Häufung eine rein statistische ist. „Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig“, schreibt das Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen in einer Mitteilung auf seiner Internetseite.

Fehlbildungen dieser Art habe man in der Klinik viele Jahre nicht gesehen. Extremitätenfehlbildungen könnten während der Schwangerschaft unter anderem durch Infektionen auftreten, seien insgesamt aber selten, schreibt das Hospital weiter. Der entscheidende Entwicklungszeitraum liege sehr früh in der Schwangerschaft, zwischen dem 24. und 36. Entwicklungstag nach der Befruchtung der Eizelle.

Ein erster Vergleich der betroffenen Familien ergab keinen Hinweis auf eine mögliche Ursache. Alle Familien wohnten demnach im lokalen Umfeld. Ethnische, kulturelle oder soziale Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien habe man nicht feststellen können.

Die Gelsenkirchener Klinik will die Fälle jetzt in regionalen Qualitätszirkeln der Kinder- und Jugendärzte thematisieren. Auch habe man Kontakt mit Fachleuten der Berliner Charité aufgenommen. Von dort hieß es am Freitag: „Der derzeitige Informationsstand erlaubt weder der Charité noch insbesondere der Embryonaltoxikologie eine inhaltliche Stellungnahme zu diesem Thema.“ Der Deutsche Hebammenverband hatte am Freitag eine Stellungnahme ebenfalls abgelehnt.

Das NRW-Gesundheitsministerium will sich nun einen genaueren Überblick über die Situation verschaffen. Man werde alle Klinken in dem Bundesland abfragen, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen seien, sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Behörde am Samstag auf Anfrage. Man nehme die Berichte über solche Fälle „sehr ernst“. „Darüber hinaus nehmen wir Kontakt mit den Ärztekammern, dem Bund und den anderen Bundesländern auf, um möglichen Ursachen mit aller Sorgfalt nachzugehen.“

Das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) hatte sich in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend geäußert. Zu den konkreten Fällen lägen keine Erkenntnisse vor, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag in Berlin mit. „Wenn es eine auffällige Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen geben sollte, muss das so schnell wie möglich geklärt werden.“ Das Ministerium begrüße, dass das betroffene Krankenhaus Kontakt zur Berliner Charité aufgenommen habe.

Erschwert wird die Ursachenforschung dadurch, dass es kein bundesweites Register gibt, in dem Fehlbildungen systematisch und detailliert erfasst werden. Ob ein Melderegister der richtige Weg sei, gelte es gemeinsam zu prüfen, sagte die Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesministeriums, das von dem CDU-Politiker Karl-Josef Laumann (CDU) geführt wird.

Laut einer Bundesauswertung zur Perinatalstatistik des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) seien 2017 in Deutschland 6884 Kinder mit Fehlbildungen in Krankenhäusern geboren worden, wie das Bundesministerium mitteilte. Das seien etwa 0,89 Prozent der Neugeborenen. Die Perinatalstatistik verzeichnet demnach allerdings nur die Zahl der mit Fehlbildungen geborenen Kinder - sie beinhaltet keine Informationen über die Art der Fehlbildung. Wie häufig die Extremitäten betroffen waren, lässt sich also nicht ermitteln.

Regionale Daten werden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums für das Fehlbildungsregister Sachsen-Anhalt und das Geburtenregister „Mainzer Modell“ erhoben. Daten aus beiden regionalen Registern würden an das europäische Register EUROCAT gemeldet, das seit 1979 bestehe und derzeit Daten aus 23 europäischen Ländern enthalte. In Sachsen-Anhalt gab es den Angaben zufolge im Jahr 2017 keine erhöhte Anzahl an Armfehlbildungen bei Neugeborenen. Das zuständige Ministerium hatte die Zahlen genannt, nachdem aus Frankreich ein Häufung von Armfehlbildungen bekannt geworden war. Im Verwaltungsbezirk Ain nordöstlich von Lyon wurden demnach zwischen 2000 und 2014 18 Babys mit eine Fehlbildungen der oberen Gliedmaßen geboren.

„Die Berichte über Fehlbildungen bei Säuglingen müssen wir ernst nehmen“, erklärte Laumann am Freitag laut einer Mitteilung. „Hierbei helfen allerdings keine Spekulationen. Vielmehr muss den möglichen Ursachen mit der gebotenen Sorgfalt nachgegangen werden.“
(dpa)
Folgende Benutzer bedankten sich: mitstreiter, susannelothar, Candy, tina 1961, Spoekesmaker

Wie Contergan-Skandal? 17 Sep 2019 04:33 #46255

  • werner
  • OFFLINE
  • Hochaktiv-Moderator(in)
  • Beiträge: 2454
  • Punkte: 3720
  • Honor Medal 2010
Folgende Benutzer bedankten sich: Gabriele 888, mitstreiter, tina 1961
  • Seite:
  • 1
Moderatoren: admin, werner
Ladezeit der Seite: 0.21 Sekunden

Wir in Sozialen Netzwerken

FacebookMySpaceTwitterDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxRSS Feed
@ Contergannetzwerk Deutschland e.V. - alle Rechte vorbehalten!

Login or Register

LOG IN

Register

User Registration
or Abbrechen