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Meldungen vom Contergan Symposium 2011
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THEMA: Meldungen vom Contergan Symposium 2011

Meldungen vom Contergan Symposium 2011 18 Sep 2011 07:33 #18963

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Meldungen vom Contergan Symposium 2011 19 Sep 2011 09:49 #18968

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www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet...27619/ticket,g_a_s_t
19.09.2011 - 07:20

Selbstbestimmtes Leben wichtiges Anliegen.

Nürtingen (kobinet) Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter besuchte am Samstag das erste Contergan-Symposium des Contergannetzwerk Deutschland in Nürtingen. In ihrer Rede würdigte sie die Arbeit des Vereins. Dieser nehme sich der Probleme von den etwa 2.800 in Deutschland lebenden Conterganopfern an. Die Mitglieder dienten damit als Plattform für den gegenseitigen Austausch und böten Hilfe zur Selbsthilfe.

54 Jahre ist es her, dass der Contergan-Skandal für Schlagzeilen sorgte. Trotz Hinweisen, dass die Einnahme des Schlafmittels, der Entwicklung des ungeborenen Kind schadet, wurde das Medikament erst nach vier Jahren vom Markt genommen. Es kam zu schweren Fehlbildungen bei Neugeborenen, wie fehlende Gliedmaßen oder Organen. Heute haben die Opfer mit schweren Spät- und Folgeschäden zu kämpfen, heißt es in einer Pressemeldung der baden-württembergischen Sozialministerin. "Durch einseitige Körperhaltung und Verschleiß leiden die meisten Geschädigten neben ihrer Behinderung inzwischen auch an Spät- und Folgeschäden. Dadurch sind sie oft gezwungen, ihre Erwerbstätigkeit aufzugeben“, erklärte Katrin Altpeter. Die psychische und physische Belastung durch ständige Schmerzen, Zukunftsängste und Angst vor Altersarmut sei bereits erheblich. Ziel der baden-württembergischen Landesregierung sei deshalb die Inklusion, also die volle Teilhabe von allen Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen, so die Ministerin.
Sie wies auf die Bedeutung des Dialogs mit Betroffenen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen hin. "Die Belange der behinderten Menschen müssen stets selbstverständlicher Bestandteil von Entscheidungsprozessen in der Behindertenpolitik sein. Die gesundheitsbezogenen Selbsthilfen, wie etwa das Contergannetzwerk, sind für uns deshalb von großer Bedeutung. Behindertenpolitik ist Inklusionspolitik“, stellte Altpeter klar.

Besondere Schwerpunkte der Arbeit der baden-württembergischen Landesregierung im Bereich der Behindertenpolitik seien eine Verbesserung der Teilhabe am Erwerbsleben, die Sicherstellung der Barrierefreiheit sowie Bildung, konkretisierte die Ministerin. Die Ziele könnten zum einen durch Investitionsförderungen für die Infrastruktur realisiert werden, zum anderen aber auch durch ein transparentes und zeitgemäßes Bemessungssystem für die Unterstützungsbedürfnisse von Menschen mit Behinderung.
Auch die Bedeutung einer Beschwerde- und Qualitätssicherungsstelle für behinderte Menschen und deren Verbände sei nicht zu vernachlässigen: "Erstmals in Baden-Württemberg ist ein unabhängiges Amt eines Beauftragten für die Belange behinderter Menschen geschaffen worden. Es ist einer Person übertragen worden, die nicht gleichzeitig Mitglied der Regierung ist“, erklärte die Ministerin. "Mit Gerd Weimer als Landes-Behindertenbeauftragtem haben die Menschen einen erfahrenen, hartnäckigen und versierten Interessenvertreter erhalten. Er wird sich nicht scheuen, im Interesse der Menschen mit Behinderung auch einmal unbequem zu sein“, führte sie weiter aus.

Ein weiterer Punkt ihrer Arbeit sei es, das Landes-Behindertengleichstellungsgesetz grundlegend zu überarbeiten. "Es ist wichtig, dass die Rechte der Menschen mit Behinderung einklagbar werden“, so Altpeter. „Ziel unserer Arbeit ist eine nachhaltige Strategie, ein auf Dauer angelegter Prozess für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung.“ moh
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Meldungen vom Contergan Symposium 2011 19 Sep 2011 11:41 #18970

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Ich darf Alle die an dieser Veranstaltung mitgewirkt haben, zu dem Erfolg beglückwünschen.

Johannes Igel

Meldungen vom Contergan Symposium 2011 20 Sep 2011 05:16 #18983

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Hallo igel1

Wir bedanken uns bei Dir

Meldungen vom Contergan Symposium 2011 20 Sep 2011 08:35 #18987

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Ich schlisse mich Tinas Worten an vielen Dank. :Wink:
Liebe Grüße
Bernhard Quiel

Meldungen vom Contergan Symposium 2011 20 Sep 2011 08:45 #18988

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Der Teckbote,die Kirchheimer Zeitung:
http://www.teckbote.de/nachrichten/stad ... 69256.html

Meldungen vom Contergan Symposium 2011 21 Sep 2011 09:55 #18999

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http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 46845.html

tagblatt.de
Tübingen
21.09.2011
Kommentar
Contergan: Weiterhin keine Gerechtigkeit

Es ist schon spät. Auf der Bühne laufen die Musiker und ihre Sängerin zur Hochform auf. „Crosslane“ spielt den Rock der sechziger und siebziger Jahre. Stones, Creedence Clearwater Revival, Jethro Tull.


Die Lieblingslieder meiner Generation. Meine Lieder. Und die Lieder derer, die unten im Saal ausgelassen tanzen.

Kaum jemanden in der Nürtinger Stadthalle hält es jetzt noch auf seinem Platz. Einige der Männer und Frauen haben keine Arme, andere sitzen im Rollstuhl, manche können nicht hören, doch fast alle machen bei der Party am Samstagabend zum Abschluss des ersten Contergan-Opfer-Symposiums mit.

Noch einmal bejubeln sie die spontane Herzlichkeit Nina Hagens, die nach ihrer Autogrammstunde auf die Bühne zurückkehrt und zusammen mit der schwäbischen Coverband einen letzten Song anstimmt. Und sie feiern Tilmann Kleinau, den Drummer von „Crosslane“, ihren Helden, der am Schlagzeug den Rhythmus vorgibt. Er ist contergangeschädigt wie so viele von ihnen auch.

Ihre schwangeren Mütter nahmen in den späten fünfziger oder frühen sechziger Jahren arglos ein Beruhigungsmittel, das Wachstumsstörungen mit Behinderungen und Organschäden auslösen kann. Es war Zufall, wen es überhaupt und wen es in welchem Ausmaß traf.

Die damals geborenen Menschen sind heute zwischen 47 und 52 Jahre alt. Kaum jünger als ich, Contergan kam kurz nach meiner Geburt auf den Markt. Vermutlich gab es rund 12 000 Opfer, darunter 7000 Tote. Die etwa 2800 Betroffenen in Deutschland kämpfen bis heute um Entschädigung. Nicht nur um der Gerechtigkeit willen. Sie brauchen das Geld, um mit ihrer Frühverrentung und jenen Spätfolgen klarzukommen, die sich einstellen, wenn man jahrzehntelang mit einer enormen psychischen Belastung lebt, seine Füße als Hände benutzen oder seine Zähne zum Tragen von Lasten einsetzen muss.

Die Opfer fühlen sich von der Bundesrepublik verraten. Die Contergan-Herstellerfirma Grünenthal konnte sich mit geringen Zahlungen aus der Affäre ziehen, obwohl die Eigentümerfamilie Wirtz zu den reichsten Milliardärsfamilien Deutschlands gehört. Mit der Einrichtung einer Stiftung erloschen sämtliche Entschädigungsansprüche gegen die Firma, die das Medikament trotz längst bekannter Folgen viel zu spät vom Markt nahm.

Selbst schwerstgeschädigte Contergan-Opfer erhalten heute Renten von höchstens 1116 Euro im Monat vom Staat. Eine Reihe von Politikern unterstützten in Nürtingen die Forderungen der Geschädigten. Viele Künstler traten ohne Gage auf.

Beim nächsten öffentlichen Fest dieser Art werde ich wieder dabei sein. Ich fühle mich wohl bei den Contergan-Geschädigten. Wir mögen die gleiche Musik, wir gehören zur selben Generation. Wo ich kann, werde ich die Forderung aller Menschen mit Behinderungen nach einem Leben in Würde unterstützen. Contergan-Opfer brauchen heute Gerechtigkeit, nic

Renate Angstmann-Koch
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