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Bundesverband Contergangeschädigter e.V. verfälscht Interview
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THEMA: Bundesverband Contergangeschädigter e.V. verfälscht Interview

Bundesverband Contergangeschädigter e.V. verfälscht Interview 12 Feb 2020 21:26 #46649

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Erklärung in meiner Funktion als gewähltes Ordentliches Mitglied im Stiftungsrat der Conterganstiftung für behinderte Menschen (Betroffenenvertreter)

Leider musste mit dem heutigen Newsletter des Bundesverbandes Contergangeschädigter festgestellt werden, dass noch nicht einmal ein von mir als Betroffenenvertreter gegebenes Interview ordnungsgemäß wiedergegeben wurde und damit wieder einmal die Interessen des Bundesverbandes über die gemeinsame Wahrnehmung der Interessen contergangeschädigter Menschen gestellt wurden.
So habe ich in der Hoffnung auf eine ehrliche Zusammenarbeit ein Interview gegeben und bei der entsprechhenden Einreichung meiner Antworten beim Bundesverband allerdings ausdrücklich mitgeteilt, dass jegliche Änderungen mit mir abzustimmen sind (hierzu meine Mail unten). Das ist leider nicht geschehen! Statt dessen hat man sich die Dinge zurecht geschnitten, wie es einem behagte!
Überdies bezeichnet sich die BV-Aktive Bettina Ehrt in ihrem im selben Newsletter veröffentlichten Interview als "1. Betroffenenvertreterin", obwohl es diese Funktion nicht gibt . Es gibt gleichberechtigte 2 Betroffenenvertreter, wovon ich einer bin.
Es ist schade, dass der Bundesverband, wie auch die von ihm nominierte Bettina Ehrt, beide nicht in der Lage sind, dies anzuerkennen und man sich von Seiten des Bundesverbandes sogar zu Interviewfälschungen versteigt und damit weiter die Gräben zwischen den Conterganopfer-Engagierten vertieft.
Ich hatte gehofft, dass wir eben diese Gräben zu überwinden in der Lage sind und endlich die Situation der Geschädigten mitsamt ihrer Angehörigen gemeinsam ausschließlich in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Die neuerliche Verfälschung meines Interviews holt mich auf den Boden der Realitäten zurück. Das bedauere ich und hoffe, dass im Bundesverband künftig Leute Funktionen übernehmen, die offen und ehrlich nur die Interessen der Conterganofer und nicht Interessen des Verbandes oder Einzelner idarüber n den Focus stellen.

Ich jedenfalls bleibe für jede Art ehrlicher Zusammenarbeit für contergangeschädigter Menschen offen, denn das ist mir ein wirkliches Herzensanliegen!

Hier nun meine Mail, mit dem ich die mir gestellten Fragen an den Bundesvermand beantwortet habe und nachfogend der Orginaltext meiner Antworten:

I. Meine Mail
Hallo xxxxxxx (Anmerkung:Name ausgeixt)

Anbei mein Foto und meine Antworten. Vor Veröffentlichung den mich betreffenden Artikels von mir bitte autorisieren lassen.

Liebe Grüße

Christian Stürmer

II Mein Orginaltext.Inteview

Artikel zu den Stiftungsratsmitgliedern
Mein Name ist Christian Stürmer, ich bin Jurist, 58 Jahre alt, lebe mit meiner Lebensgefährtin in Ostfildern bei Stuttgart und bin selbst schwer contergangeschädigt. Wir haben 2 Kinder.

Fragen
Sie engagieren sich schon viele Jahre ehrenamtlich. Was bedeutet das für Sie und Ihre Familie?
Hierzu muss man zunächst das massive Gesamtaufkommen an Arbeit verstehen: Zur intensiven Aufarbeitung kam es während meines Jurastudiums. Immer mehr Betroffene haben sich mit ihren Problemen an mich gewandt, was zunächst zu einem lockeren Zusammenschluss und später zur Gründung des Contergannetzwerkes Deutschland e.V. führte. Ich habe mich dann intensiv mit den juristischen Fragestellungen rund um das Thema Contergan beschäftigt. Es hat sich ein Team mit vielen Mitstreitern herausgebildet, mit dem wir vor das Bundesverfassungsgericht und schließlich vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gezogen sind. Gleichzeitig haben wir gleichfalls intensiv der Politik die Sorgen der Conterganopfer vorgetragen. Wir sind zu Politikern jeweils in Gruppen gereist, in der jedes Conterganopfer seine spezifische Schädigungsgruppe vertrat und so die spezifischen Sorgen und Nöte der Geschädigten kommuniziert wurden. Wir wurden zu immer höherrangigen Politikern weitergeschickt. Hilfreich und ganz wesentlich war dabei, dass die Ergebnisse der Studie des Gerontologischen Institutes der Universität Heidelberg bereits vorgelegen haben. Das war für alle, die für unsere Sache gekämpft haben, die Steilvorlage. Schließlich sind wir bei dem ehemaligen stv. Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion der CDU, Thomas Strobl, gelandet, der die große Rentenerhöhung dann durchsetzte.
Dabei wird klar, dass so ein Engagement viel Zeit kostet. Ohne Verständnis und Mithilfe meiner Familie wäre das nicht möglich gewesen.
Für mich hat neben der finanziellen Versorgung der Conterganopfer gleichfalls eine ganz herausragende Bedeutung, dass nach über 50 Jahren, in denen die Conterganopfer so ungerecht behandelt wurden, sich die Legislative (Gesetzgeber) zur Verantwortung bekannt und sich Bundestagabgeordnete sogar öffentlich entschuldigt haben. Denn das ist die Grundlage, um die ganze Angelegenheit zu befrieden. Es wäre wünschenswert, wenn das für uns zuständige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend diesen Paradigmenwechsel nachvollziehen würde.

Was ist Ihr größter Wunsch bzw. Ihr größtes Ziel für die kommende Amtsperiode?
Mir ist wichtig, dass das Gegeneinander zwischen und innerhalb der Stiftungsorgane einerseits und anderseits mit dem BMFSFJ aufhört. Ein Miteinander „auf Augenhöge“ fordern nicht nur die Grundsätze der allgemeinen Behindertenpolitik, wie aus der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern insbesondere die Historie des Conterganskandals.
Auch bezüglich Grünenthal wünsche ich mir eine andere Situation. Bis heute haben wir noch keinen Cent Schmerzensgeld bekommen! Ich wünsche mir eine Situation, in der auch unsere Schädigungsfirma – nach englischem Vorbild – mitmacht. „All together“ - ehrlich und „auf Augenhöhe“ – für die Conterganopfer! Darauf sollten wir massiver hinwirken!
Dann müssen wir die Gefäßstudie gut über die Runden bekommen und dabei aber aufpassen, dass Ängste, dass dies weitere Kosten verursacht, nicht dazu führen, dass man kurzerhand die Stiftung verändert.
Wir brauchen ein bundesweites medizinisches Netzwerk für Conterganopfer und ausreichende Kompetenzzentren. Das alles sollte beschleunigt werden.
Auch innerhalb der Contergan-Szene habe ich den Eindruck, dass sich die Blockbildungen einwenig auflösen und man sachorientierter ist. Daran möchte ich gerne und zwar verbandsübergreifend mitwirken. Denn wir sitzen „alle im selben Boot!“

Welche Ideen und oder Projekte wollen sie gerne umgesetzt haben?
In meinem Wahlprogramm habe ich diese umfassend vorgestellt. Das würde den Rahmen jetzt hier sprengen.
Herausheben möchte ich aber, dass mir eine Demokratisierung der Stiftung am Herzen liegt. Dank der Anstöße der ehemaligen Stiftungsvorsitzenden, Frau Rupprecht, läuft das ja momentan noch in die entgegengesetzte Richtung, was wir Betroffenenvertreter alle zusammen einfangen müssen. Wir stehen vor grundlegenden Diskussionen über die Stiftungsstruktur. Hinsichtlich des Stiftungsrates sind Veränderungen so notwendig, dass wir Betroffenenvertreter gegen die Ministerialbürokratie überhaupt eine Chance haben, berechtigte Anliegen durchzubringen. Da bin ich aus vielzähligen Gesprächen aber sicher, dass wir Betroffenenvertreter insoweit an einem Strang ziehen werden.
Was mir am Herzen liegt, ist die Versorgung der Hinterbliebenen von Conterganopfern, die sich Jahrzehnte um Conterganopfer gekümmert haben, keine ausreichende Altersversorgung haben aufbauen können und bei Versterben des jeweiligen Conterganbetroffenen dann in die Altersarmut zu gleiten drohen. Hinterbliebenenversorgung ist im gesamten Sozialen Entschädigungsrecht - z.B. Bundesversorgungsgesetz (BVG) , Soldatenversorgungsgesetz (SVG) ,Zivildienstgesetz (ZDG), Häftlingshilfegesetz (HHG), Opferentschädigungsgesetz (OEG), Infektionsschutzgesetz (IfSG) Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz (StrRehaG) –Standard. Alle diese Vorschriften werden bis 2024 in das neue SGB XIV übergeleitet. Wenn Hinterbliebene mit § 2 SGB XIV „einer an den Folgen einer Schädigung verstorbenen Person“ ausdrücklich Berechtigte von Leistungen sind, so werden Hinterbliebene von Conterganopfern ausgegrenzt, weil sie nicht zu den vorgenannten Personen, im SGB XIV in § 1 definiert, gehören. Angesichts der Historie des Conterganskandals, angesichts des Umstandes, dass unsere Angehörigen den Schaden tragen, welcher dem Staat in eigener und von Grünenthal übernommener Verantwortung auflastet, ein unhaltbarer Zustand!!!
Wichtig ist auch, dass den Erben von Sozialhilfebeziehern unter Conterganopfern angesparte Stiftungsleistungen von Sozialleistungsträgern nicht weggenommen werden dürfen. Das ist jetzt nach § 102 SGB XII möglich. Wir brauchen insoweit eine Härtefallklausel im Conterganstiftungsgesetz.

Was sollte in der Stiftung bzw. im Stiftungsrat möglichst nicht passieren in den nächsten 5 Jahren?
Wie oben schon ausgeführt, sollte das Gegeneinander auch im Stiftungsrat aufhören. Das setzt aber voraus dass es unterbleiben muss, dass wir Betroffenenvertreter zu einem Thema erst einbezogen werden, wenn dies als Vorlage in den Stiftungsrat kommt. Denn dann herrscht bereits eine Meinung vor, die überwiegend dann mit ministerieller Mehrheit durchgedrückt wird. Als Beispiel sei die eingebrachte, 8 Seiten umfassende „Datenschutzrichtlinie“ genannt, die uns bei der letzten Stiftungsratssitzung auf den Tisch geknallt wurde - initiiert von der ehemaligen Stiftungsvorsitzenden, Frau Rupprecht. Hiernach wären die Rechte der Betroffenenvertreter massivst eingeschränkt worden. Unter Androhung einer Klage ließ man dann von diesem Vorhaben zunächst ab. Wir brauchen eine Einbeziehung der Betroffenenvertreter in die den Stiftungsratssitzungen vorgeschalteten Diskussionen.
Überdies brauchen wir Videoaufzeichnungen der Stiftungsratssitzung, damit auch die reiseunfähigen Mitgeschädigten gut informiert werden. Eine entsprechende Gebärdenübersetzung muss darin implementiert werden.

Zum Newsletter des Bundesverbandes:contergan.de/index.php/newsletter/send/5...er/140-newsletter-18
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