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THEMA: Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung

Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung 22 Jun 2016 00:25 #40696

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www.sueddeutsche.de/politik/contergan-ge...chuldigung-1.3044338
21. Juni 2016, 18:48 Uhr

Contergan-Geschädigte
Hoffen auf eine Entschuldigung

Der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) steht kein harmonisches Treffen mit den Contergan-Geschädigten bevor. Sie sehen die Landesregierung in "moralischer Verantwortung".
(Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa)








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Wissenschaftler legen eine 700-Seiten-Studie zu dem Skandal um das Schlafmittel Contergan vor.




Von Kim Björn Becker











Mehr als 50 Jahre nach dem Skandal um das Schlafmittel Contergan hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die Universität Münster damit beauftragt, der Ursache der Affäre auf den Grund zu gehen. Die Wissenschaftler sollten herausfinden, warum der von 1957 an vertriebene Wirkstoff Thalidomid nicht schneller vom Markt genommen wurde, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass Schwangere damit unbewusst ihre ungeborenen Kinder schädigen könnten. Erst nach mehreren Monaten zog der Aachener Pharmakonzern Grünenthal das Mittel zurück, in dieser Zeit kamen 5000 Kinder mit Fehlbildungen auf die Welt.

In der fast 700 Seiten starken Studie stellten die Wissenschaftler aus Münster nun eine "strukturelle Unterlegenheit" der zuständigen nordrhein-westfälischen Behörden gegenüber Grünenthal fest, da der Konzern "erheblich schneller größere Ressourcen" habe mobilisieren können als der Staat und "die absolute Elite der deutschen Strafverteidiger" auf seiner Seite wusste. Zudem sei es Grünenthal gelungen, das Mittel dank "gezielter Desinformation und Verzögerungstaktiken" länger am Markt zu halten.

An diesem Mittwoch lädt die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) Contergan-Geschädigte nach Düsseldorf ein, um über die Ergebnisse der Forschungsarbeit zu sprechen. "Ich glaube, dass es auch für sie wichtig ist, dass das Land sich mit dem Thema auseinandergesetzt und die Sache jetzt historisch aufgearbeitet hat", sagte Steffens vor dem Treffen. Aber auch für die Eltern der Opfer könne der Bericht hilfreich sein. Viele von ihnen fragten sich heute noch, ob sie "damals alles richtig gemacht haben oder ob sie im Interesse ihrer Kinder noch sehr viel hartnäckiger hätten sein sollten".

Ein harmonisches Treffen steht der Ministerin allerdings eher nicht bevor, einige Opfervertreter erwarten noch mehr von der Landesregierung als eine bloße Aufarbeitung der Ereignisse. "Eine Entschuldigung wäre eine Wertschätzung gegenüber dem Leid, das diese Menschen erfahren haben", sagte der Vorsitzende des Interessenverbands Contergangeschädigter in Nordrhein-Westfalen, Udo Herterich, dem Evangelischen Pressedienst. Es gebe "eine moralische Verantwortung". Zugleich kritisiert der Verband, dass Ministerpräsident Hannelore Kraft (SPD) laut dem geplanten Ablauf nicht zu der Begegnung kommen wird. Für die Opfer wäre diese Geste "von großer Wichtigkeit" gewesen, sagte Herterich. "Wenn Frau Kraft sich mit Angehörigen der Opfer der Loveparade-Katastrophe trifft, aber nicht mit uns, dann stimmt die Gewichtung nicht." Derzeit weiß man von etwa 2700 Contergan-Geschädigten. Auch von Grünenthal erwarten die Geschädigten nun "einen großen Schritt auf uns zu". Das Unternehmen hatte sich vor etwa vier Jahren bei den Opfern entschuldigt, vielen ging das aber nicht weit genug.











Steffens betonte derweil, es sei "undenkbar", dass sich ein Arzneimittelskandal wie die Causa Contergan heute wiederhole. "Ein Arzneimittelrecht im modernen Sinne, das die Zulassung von Medikamenten regelt, gab es damals nicht. Auch kann der Staat heute ganz anders eingreifen und zum Beispiel Medikamente vom Markt nehmen, wenn es den Verdacht gibt, dass sie den Patienten schaden", sagte Steffens. Diese Verschärfungen des Arzneimittelrechts in den vergangenen Jahrzehnten "gab es aber auch nur wegen des Contergan-Skandals. Ohne diese Affäre stünden wir heute wahrscheinlich ganz woanders." Das Leid, das die Opfer und ihre Angehörigen erfahren haben, "hat vielen anderen Menschen Leid erspart".

Derzeit beschäftigt aber nicht nur die historische Aufarbeitung des Arzneimittelskandals die Contergan-Geschädigten. Einige äußern auch verstärkt Kritik an der Conterganstiftung mit Sitz in Köln, die seit 1972 für den "Ausgleich körperlicher Schäden" zuständig ist und finanzielle Mittel des Bundes und des Pharmakonzerns Grünenthal an die Opfer verteilt. Einige fühlen sich in der Stiftung schlecht vertreten - es gibt immer wieder Streit darüber, wie genau das Geld verteilt wird. Die Stimmung im Stiftungsrat, in dem auch Opfervertreter sitzen, wird als unterkühlt beschrieben. Ein Teilnehmer der Sitzung in der vergangenen Woche berichtet von einer "Atmosphäre abgrundtiefen Misstrauens", bei Abstimmungen gebe es eine klare Konfrontation zwischen den Vertretern der Bundesministerien und den Geschädigten. Barbara Steffens sagte, sie wünsche sich in dieser Frage "mehr Transparenz". Das Ziel der Stiftung sei es, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen, "da müssen die Entscheidungen für alle nachvollziehbar sein". Man dürfe nicht vergessen, dass sich die Probleme der Geschädigten mit der Zeit veränderten. "Wer ohne Arme und Beine klarkommen muss, belastet und verschleißt seinen Körper ganz anders als ein Gesunder."

Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung 22 Jun 2016 09:44 #40704

  • Stefan Hirsch
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Wenn Herr Herterich schon dem Evangelischen Pressedienst ein Interview gibt, so hoffe ich das er die über 80.000 Föten erwähnt die durch das Medikament Contergan und Contergan Forte ermordete wurden wie aus dem Film aufgedeckt wurde. In der Bibel (Psalm 139:16) , heißt es die von dem ungeborenen Leben Davids folgendes sagt:" Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir, und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden.Es sprach hier von "dem Embryo", womit er doch offensichtlich sagen wollte, dass ein Leben bei seiner Empfängnis begingt. Späht Ja sehr Späht frage ich mich wo waren die Kirchenvertreter in Alsdorf, wo Juristen Grünentahls sich anmaßten du definieren ob ein Embryo überhaupt ein Recht hat oder rechtlos galt da er ja noch nicht Geboren wurde als entschieden wurde so der Prozess. Demnach befanden sich die Ungeborenen auf einem Niemandsland so die Behauptung der Anwälte. Diese Darstellung ist Absolut falsch wenn man die Christliche Autorität also die Bibel als Gesetz erkennt. Schuldig gemacht haben sich demnach auch die Kirchen die nicht fähig waren die Definition ab wann ein Leben beginnt im lichte der Bibel als Gesetzmäßigkeit bei der Urteilsverkündung in Alsdorf vor zu bringen. Bei den über 80.000 ermordeten Embryonen handelte es sich um Leben bei deren alle Bausteine als Schöpfung Gottes vorhanden waren und die ersten Herzschläge begonnen haben. Ich vordere daher auf die Kirchenvertreter zu so einem Treffen Einzuladen, ein versagen an dieser stelle ist hinreichend bewiesen und sollte sich bei einer Endschuldigung unbedingt mit beteiligen und die Beurteilung der damaligen Anwälte die keine rechte für Embryonen zulassen wollte ein für allemal klarstellen, "ein Mensch hat kein Recht zu definieren ab wann ein leben beginnt".
Stefan
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Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung 22 Jun 2016 20:40 #40724

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dann höre ich bei der Vorstellung der Dissertation MIT ENTSETZEN , dass die Juristen sich damals wirklch gestritten haben, ob ein Embryo überhaupt irgendein Recht auf Schutz hat, ob also überhaupt wegen Körperverletzung ( oder mehr ) ermittelt werden KANN. Und der fachliche Grundtenor lag ja eher bei "nein".
Andererseits war Abtreibung eine Straftat. Wer abgetrieben hatte, wurde strafrechtlich verfolgt und gesellschaftlich geächtet.
Wer das aber tausendfach hinbekommen hat, ( ich weiss nicht, wie ich diesen Satz fortsetzen soll ).
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Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung 22 Jun 2016 22:07 #40726

  • monika
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WerBo, genau diesen Gedanken hatte ich auch schon, irgendwie passt das nicht zusammen und irgendwie stimmt
da was nicht.
Herzliche Grüße
Monika
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Contergan-Geschädigte hoffen auf Entschuldigung 23 Jun 2016 09:14 #40737

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Monika,
mir fällt da auch nicht Gutes als Erklärung ein, nur "quod licet Jovi, non licet bovi" ( lateinisches Sprichwort ). Dass die "Mächtigen" tun und lassen können, was sie wollen, ist also nicht neu. Man kann nur versuchen, wenigstens die gesellschaftliche Akzeptanz für ihre Handlungen zu verhindern, und hoffen, dass sich daraus dann Regeln / Gesetze ergeben, die das Übergewicht bremsen.
Aber nach dem deutschen Sprichwort, "auf einen Schelmen kommen anderthalb" ist das ein ewiger Prozess. Man muss sich das wohl jedesmal bewußt machen, damit man den Mut nicht verliert.

Ach ja. großen Dank an Stefan, dass er diesen Aspekt aufgegriffen hat. Da muss man ja auch erst drauf kommen.
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