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THEMA: Deutschlandradio Spätfolgen von Contergan

Deutschlandradio Spätfolgen von Contergan 31 Jan 2013 20:06 #25203

  • Braunauge
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Spätfolgen des Contergan-Skandals
Betroffene benötigen medizinische und finanzielle Hilfe

Am Freitag tagt der Familienausschuss zur Lebenssituation von Contergan-Geschädigten - denn jetzt machen sich die Spätfolgen für viele Betroffene bemerkbar: Arthrosen, Bandscheibenvorfälle, Muskelschwäche. Damit geht der Medikamentenskandal in die nächste Runde.

Contergan steht für einen der größten Arzneimittelskandale der Geschichte. Bis 1962 kamen in Deutschland etwa 5000 Kinder mit schwersten Behinderungen zur Welt, weil ihre Mütter das Schlafmittel während der Schwangerschaft eingenommen hatten. Erst 50 Jahre nach dem Skandal entschuldigte sich der Hersteller Grünenthal erstmals. Doch den Opfern ist das zu wenig: "Wir erwarten Taten", erklärte Ilonka Stebritz vom Verband der Contergangeschädigten in Deutschland.

Noch rund 2400 Geschädigte leben heute in Deutschland - und sie haben mit den Spätfolgen des Medikaments zu kämpfen: Arthrosen, Bandscheibenvorfälle, Muskelschwäche. Doch die meisten Krankenkassen wollen notwendige medizinische Gegenmaßnahmen nicht finanzieren. Viele Betroffene müssen diese aus eigener Tasche bezahlen.

Opfer brauchen verbesserte Versorgung

Am Freitag wird sich der Familienausschuss des Bundestages mit der Lebenssituation der Contergan-Geschädigten beschäftigen. Dabei geht es auch um eine Studie der Universität Heidelberg, die beweist, dass Contergan-Opfer eine schnelle Verbesserung ihrer Versorgung und finanziellen Lage benötigen. "Die Betroffenen haben in den vergangenen Jahrzehnten beeindruckende Kompensationsleistungen vollbracht", erklärte Andreas Kruse, Hauptautor der Studie. "Wenn diese auch in Zukunft fortgesetzt werden sollen, bedarf es eines sehr viel differenzierteren, passgenauen Versorgungssystems."

Während der deutsche Conterganprozess vor mehr als 40 Jahren eingestellt wurde, steht die Herstellerfirma Grünenthal nun in Australien wegen Schadensersatzforderungen erneut vor Gericht. Doch Contergan ist nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder gibt es Probleme mit der Sicherheit von Arzneimitteln. Bei 15.000 bis 17.000 Patienten komme es jährlich zu Nebenwirkungen, erklärte die Journalistin Birgid Becker im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Contergan gegen Lepra und Krebs

Seit einigen Jahren erlebt Contergan aber so etwas wie eine Renaissance - allerdings nicht als Beruhigungsmittel. Nachdem das Medikament zunächst vom Markt genommen wurde, ist es in den USA inzwischen zur Behandlung von Lepra wieder zugelassen worden. Und auch in Deutschland setzen Ärzte es ein - zur Behandlung einer besonderen Form von Krebs: dem so genannten "Multiplen Myelom". Das ist eine Krankheit, bei der sich Zellen des Immunsystems zu schnell teilen.

Dabei ist bis heute noch immer nicht klar, warum das Medikament zu so schweren Missbildungen führte. Japanische Forscher stellten nun fest, dass das Medikament ein Protein namens Cereblon hemmt, das für die Entwicklung des Embryos wichtig ist. Das könnte der Grund für die Missbildungen bei Neugeborenen sein. Gleichzeitig stießen die Forscher aber noch auf eine andere Möglichkeit. Der Arzneistoff Thalidomid, der in Contergan verwendet wird, kann im Embryo Sauerstoff freisetzen und dadurch Zellen schädigen.
Grüsse Euch

Braunauge
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