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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden
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THEMA: Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden

Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 15:10 #34243

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Süddeutsche Zeitung
14.10.2013

Contergan in Spanien Verdacht auf Vertuschung

www.sueddeutsche.de/gesundheit/contergan...ertuschung-1.1794181

Noch Jahre nach dem Contergan-Skandal in Deutschland wurde der Wirkstoff in Spanien verschrieben. Hat das Pharmaunternehmen die Spanier nicht über die Gefahr von Fehlbildungen im Mutterleib infomiert? Betroffene wollen nun vor Gericht Gewissheit.

Von Thomas Urban

Rafael Basterrechea ist 1,95 Meter groß, er hat ein breites Kreuz und ein lautes ansteckendes Lachen. "Ich bin bärenstark", sagt er und zeigt seinen rechten Bizeps. Der linke sei leider weniger vorzeigbar, fügt er mit einem schiefen Grinsen hinzu. Sein linker Arm ist verkürzt, die Hand deformiert. Basterrechea ist der Vizepräsident der Vereinigung der Thalidomid-Opfer Spaniens (Avite).

Der Wirkstoff wurde vom heute in Aachen ansässigen Pharmakonzern Grünenthal hergestellt, das bekannteste Medikament, das ihn enthielt, war Contergan. 200 Mitglieder zählt der Verein, der nun sein Recht auf Entschädigung erstreiten möchte. Die Gesamtzahl der Betroffenen, von denen viele jung gestorben sind, wird auf 3000 geschätzt. An diesem Montag findet vor dem Madrider Bezirksgericht die letzte Anhörung statt, bevor in etwa einem Monat die Urteilsverkündung ansteht.

Immerhin kann der 48-jährige Bauingenieur mit der deformierten Hand zugreifen; allerdings muss er orthopädische Schuhe tragen und ständig ein Medikament nehmen, um den Blutdruck auf die Augen zu senken. Als er geboren wurde, war der verkürzte linke Arm am Rücken angewachsen, in seinen ersten Lebensjahren wurde er sieben Mal operiert.


Heute sagt er: "Ich wollte trotzdem immer alles machen, was meine Alterskameraden auch können." Also lernte er Fahrradfahren und schwimmen. Auch hat er später den Führerschein gemacht, sein Minibus hat Automatikgetriebe und einen Metallknauf am Lenkrad, der das einarmige Steuern erlaubt. Er hat geheiratet, stolz zeigt er das Hochzeitsfoto mit der bildhübschen Braut, der Sohn ist mittlerweile 15 Jahre alt und kerngesund.

Doch bei einem Großteil der Avite-Mitglieder sind alle Gliedmaßen verkrüppelt, manchen fehlen Hände oder Füße ganz, viele sitzen im Rollstuhl und sind ständig auf Hilfe angewiesen. Basterrechea erfuhr erst vor acht Jahren zufällig durch Presseberichte, dass er mit seiner Deformierung nicht allein steht. Seitdem las er alles, was er über den Contergan-Skandal finden konnte. Er erfuhr, dass in der Bundesrepublik das Medikament Ende 1961 vom Markt genommen wurde.

14. Oktober 2013 13:43
Contergan in Spanien Die Anwälte der Opfer haben verdächtige Dokumente gefunden



In Spanien hießen die Pillen anders, es gab mehrere Medikamente, die Thalidomid enthielten, das bekannteste war Softenon. Die Werbung pries es als Mittel gegen Nervosität, Schlaf- und Menstruationsstörungen an, Nebenwirkungen: Fehlanzeige. Grünenthal hat die Tabletten für Spanien allerdings nicht selbst hergestellt, sondern insgesamt 160 Kilogramm an "Schüttware" dafür geliefert. Verpackung und Vertrieb übernahmen einheimische Pharmafirmen. Softenon wurde bis Mai 1962 ausgeliefert.

Das spanische Gesundheitsamt annullierte die Lizenzen für die meisten Thalidomid-Produkte erst zwischen Oktober 1962 und Januar 1963 - aber nicht, weil es von Grünenthal gewarnt worden ist, sondern aufgrund von Presseberichten über den Contergan-Skandal in Deutschland.

Heute streiten die Juristen, wer für diese Verzögerung und die fehlende Unterrichtung der spanischen Öffentlichkeit verantwortlich ist: die Behörden, die Lizenznehmer oder der deutsche Produzent? Die Anwälte von Avite stellten den Antrag, die längst eingelagerten Akten des Contergan-Prozesses von 1968 zu studieren.

Ihre Reise zum Landesarchiv Düsseldorf hat sich aus ihrer Sicht gelohnt: Es fanden sich Kopien der Korrespondenz zwischen Grünenthal und den Lizenznehmern. So bestätigte die Firmenzentrale dem Madrider Vertragspartner Medinsa am 21. Dezember 1961, dass man damit einverstanden sei, "den spanischen Ärzten den Grund des Verkaufsstopps nicht mitzuteilen". Ein zweiter Geschäftsbrief erhärtet den Verdacht, dass man damals gezielt vertuschen wollte: Medicamentos Internacionales fragte bei Grünenthal an, ob man gegen die Annullierung der Lizenzen für die Tabletten Beschwerde einlegen solle. Demnach kannte man bei der spanischen Firma nicht den wahren Grund dafür, sagen die Avite-Experten.



Da es in Spanien nie eine Informationskampagne über die Nebenwirkungen von Thalidomid gab, waren die Tabletten weiter im Umlauf. Basterrechea wurde erst vier Jahre nach dem deutschen Contergan-Skandal geboren. Seine Mutter berichtet, sie habe das Mittel von einem Arzt in der Provinz bekommen. Das letzte Contergan-Kind wurde laut Avite 2003 geboren.

Grünenthal bestreitet allerdings jede Verantwortung: Für den Vertrieb in Spanien seien allein die Lizenznehmer verantwortlich gewesen. In Kürze werden Rafael Basterrechea und seine Leidensgenossen erfahren, ob sich das Gericht in Madrid dieser Auffassung anschließt.
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Braunauge

Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 19:05 #34245

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www.nzz.ch/aktuell/panorama/contergan-pr...-begonnen-1.18167379
Grünenthal weist Forderungen ab

Contergan-Prozess in Spanien begonnen
dpa) Spanische Contergan-Opfer haben vom deutschen Pharma-Konzern Grünenthal vor Gericht Entschädigungen in Millionenhöhe verlangt. Bei einem am Montag eröffneten Prozess in der spanischen Hauptstadt Madrid forderten 180 Geschädigte insgesamt 204 Millionen Euro.

Die Betroffenen-Vereinigung Avite warf dem Unternehmen vor, den Contergan-Wirkstoff Thalidomid in Spanien mehrere Jahre weiter vertrieben zu haben, nachdem das Mittel in Deutschland 1961 vom Markt genommen worden sei.

Grünenthal wies die Forderungen zurück. Die spanische Niederlassung des Unternehmens verwies darauf, dass die spanischen Betroffenen Hilfen bei der Contergan-Stiftung und bei der Grünenthal-Stiftung in Deutschland beantragen könnten. Sie würden dort dieselbe Unterstützung erhalten wie deutsche Contergan-Opfer.

Contergan hatte Ende der 1950er Jahre einen der grössten Medikamentenskandale ausgelöst. Weltweit kamen 10 000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, davon 5000 in Deutschland.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 19:15 #34246

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WAZ 14.10.2013

www.derwesten.de/panorama/spanische-cont...nzern-id8560028.html

Madrid/Aachen. Spanische Contergan-Opfer haben vom deutschen Pharma-Konzern Grünenthal vor Gericht Entschädigungen in Millionenhöhe verlangt. Bei einem am Montag eröffneten Prozess in der spanischen Hauptstadt Madrid forderten 180 Geschädigte insgesamt 204 Millionen Euro. Bislang hätten sie keine Hilfe erhalten.

Einige kamen auf Krücken in den Gerichtssaal, andere im Rollstuhl. Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von dem deutschen Pharma­riesen Grünenthal zu erstreiten. Vor einem Gericht in der spanischen Hauptstadt Madrid begann ein Zivilprozess, in dem eine Wiedergutmachung von insgesamt 204 Millionen Euro für 180 Betroffene gefordert wird.

Der von dem Unternehmen Grünenthal aus Stollberg bei Aachen hergestellte Wirkstoff Thalidomid, der in Deutschland unter dem Markennamen Contergan als Beruhigungs- oder Schmerzmittel vertrieben worden war, konnte bei Einnahme in den frühen Schwangerschaftsmonaten schwere Fehlbildungen an den Föten und auch Totgeburten verursachen.
Keine Unterstützung für spanische Opfer

Während in vielen europäischen Ländern die Überlebenden des Arzneimittelskandals entschädigt wurden, kämpften die spanischen Opfer bisher vergeblich um eine Einigung mit dem Konzern.

Schätzungen des spanischen Betroffenenverbandes Avite zufolge wurden in Spanien etwa 3000 Kinder geboren, die durch das Medikament Missbildungen an Gliedmaßen und Organen erlitten hatten. Davon leben heute noch annähernd 300 Menschen.

„In anderen Ländern sind feste monatliche Renten für die Betroffenen festgesetzt worden“, sagt der 48-jährige Rafael Basterrechea, Vize-Präsident von Avite. „Und das brauchen wir auch. Denn wenn jemand ohne Arme oder Beine geboren wird, kann er nicht arbeiten und benötigt Hilfe für alle täglichen Dinge.“
Mittel war lange in Umlauf

Der Opferverband Avite wirft Grünenthal vor, das Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid, das in Spanien zum Beispiel unter dem Markennamen Softenon vertrieben wurde, nicht rechtzeitig zurückgezogen zu haben. In Deutschland waren die Thalidomid-Medikamente Ende 1961 vom Markt genommen worden. Nach Angaben von Grünenthal wurden die Produkte zeitgleich auch in Spanien zurückgerufen. Der Avite-Verband versucht jedoch mit Dokumenten nachzuweisen, dass die Mittel südlich der Pyrenäen noch bis 1965 im Umlauf waren.

Ein Vergleichsangebot Grünenthals hatten die Opfer abgelehnt. Die spanischen Betroffenen wollten genauso behandelt werden wie die deutschen Opfer. Und diese bekämen „seit dem Jahr 1971 eine Rente“, die heute mehr als 6000 Euro monatlich betragen kann.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 19:18 #34248

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Deutschland today
14.10.2013

www.dtoday.de/startseite/panorama_artike...en-_arid,291397.html

Opfer wollen gut 200 Millionen Euro von deutscher Firma
Erster Prozess gegen Contergan-Produzenten in Spanien
Madrid (AFP) - In Spanien hat der erste Prozess gegen den früheren Contergan-Produzenten Grünenthal begonnen. Die Kläger fordern gut 200 Millionen Euro von dem deutschen Pharma-Unternehmen Schadenersatz. Konkret geht es um den von Grünenthal produzierten Wirkstoff Thalidomid, der Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre weltweit bei schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Kindern zu schweren Fehlbildungen führte. In Spanien waren nach Schätzungen des Opferverbands Avite etwa 3000 Menschen betroffen, von denen viele inzwischen gestorben sind. In Deutschland wurde der Wirkstoff unter dem Namen Contergan verkauft.
Avite sprach von einem "historischen Prozess". "Die spanischen Thalidomid-Opfer hoffen, dass nach mehr als einem halben Jahrhundert der Ignoranz ihr Leid gelindert wird, das im Bauch ihrer Mütter begann und sich heute in fehlenden Armen und Beinen zeigt." Für seine rund 180 Mitglieder fordert Avite vor Gericht insgesamt 204 Millionen Euro, sie sollen nach dem Grad der gesundheitlichen Probleme verteilt werden.

Thalidomid wurde ursprünglich als Schlaf- und Beruhigungsmittel vermarktet. Ab Ende der 50er Jahre wurde der Wirkstoff weltweit auch vielen Schwangeren zum Kampf gegen Schwangerschaftsübelkeit verschrieben. Die Frauen brachten dadurch teilweise Kinder mit massiven Fehlbildungen zur Welt. In Deutschland lief das Medikament unter dem Namen Contergan, es wurde Ende 1961 vom Markt genommen. In Spanien und anderen Ländern dauerte es danach noch mehrere Monate, bevor Thalidomid-Medikamente verboten wurden.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 19:23 #34250

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Die Welt 14.10.2013

www.welt.de/newsticker/news2/article1208...nten-in-Spanien.html

Erster Prozess gegen Contergan-Produzenten in Spanien

Opfer wollen gut 200 Millionen Euro von deutscher Firma

In Spanien hat am Montag der erste Prozess gegen den früheren Contergan-Produzenten Grünenthal begonnen. Die Kläger fordern gut 200 Millionen Euro von dem deutschen Pharma-Unternehmen Schadenersatz. Konkret geht es um den von Grünenthal produzierten Wirkstoff Thalidomid, der Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre weltweit bei schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Kindern zu schweren Fehlbildungen führte. In Spanien waren nach Schätzungen des Opferverbands Avite etwa 3000 Menschen betroffen, von denen viele inzwischen gestorben sind. In Deutschland wurde der Wirkstoff unter dem Namen Contergan verkauft.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 19:24 #34251

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Deutschlandradio 14.10.2013

www.dradio.de/nachrichten/201310141700/5

Spanische Contergan-Opfer klagen auf Entschädigung

Spanische Contergan-Geschädigte fordern vom deutschen Pharma-Konzern Grünenthal Entschädigungszahlungen von mehr als 200 Millionen Euro. In Madrid begann heute ein entsprechender Prozess gegen das Unternehmen. Die etwa 180 Betroffenen werfen der Firma vor, den schädlichen Wirkstoff Thalidomid in Spanien mehrere Jahre weiter vertrieben zu haben, obwohl das Mittel in Deutschland bereits 1961 vom Markt genommen worden war. Die Firma Grünenthal wies die Forderungen zurück. Contergan hatte einen der größten Arzneimittelskandale ausgelöst. Weltweit waren 10.000 Kinder mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen zur Welt gekommen.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 14 Okt 2013 22:16 #34252

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business-panorama.de/news.php?newsid=198804
Erster Prozess gegen Contergan-Produzenten in Spanien
In Spanien hat der erste Prozess gegen den früheren Contergan-Produzenten Grünenthal begonnen. Die Kläger fordern gut 200 Millionen Euro von dem deutschen Pharma-Unternehmen Schadenersatz. Konkret geht es um den von Grünenthal produzierten Wirkstoff Thalidomid, der Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre weltweit bei schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Kindern zu schweren Fehlbildungen führte. In Spanien waren nach Schätzungen des Opferverbands Avite etwa 3000 Menschen betroffen, von denen viele inzwischen gestorben sind. In Deutschland wurde der Wirkstoff unter dem Namen Contergan verkauft.

Avite sprach von einem "historischen Prozess". "Die spanischen Thalidomid-Opfer hoffen, dass nach mehr als einem halben Jahrhundert der Ignoranz ihr Leid gelindert wird, das im Bauch ihrer Mütter begann und sich heute in fehlenden Armen und Beinen zeigt." Für seine rund 180 Mitglieder fordert Avite vor Gericht insgesamt 204 Millionen Euro, sie sollen nach dem Grad der gesundheitlichen Probleme verteilt werden.

Thalidomid wurde ursprünglich als Schlaf- und Beruhigungsmittel vermarktet. Ab Ende der 50er Jahre wurde der Wirkstoff weltweit auch vielen Schwangeren zum Kampf gegen Schwangerschaftsübelkeit verschrieben. Die Frauen brachten dadurch teilweise Kinder mit massiven Fehlbildungen zur Welt. In Deutschland lief das Medikament unter dem Namen Contergan, es wurde Ende 1961 vom Markt genommen. In Spanien und anderen Ländern dauerte es danach noch mehrere Monate, bevor Thalidomid-Medikamente verboten wurden.
Die News Erster Prozess gegen Contergan-Produzenten in Spanien wurde von AFP am 14.10.2013 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Deutschland, Spanien, Justiz, Gesundheit, Unternehmen, Pharma abgelegt.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 15 Okt 2013 05:58 #34257

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Quelle: de.euronews.com/2013/10/14/prozessauftak...rdern-gerechtigkeit/

Prozessauftakt: Spanische Contergan-Opfer fordern Gerechtigkeit

In Spanien haben Contergan-Opfer vom deutschen Pharma-Konzern Grünenthal Entschädigung gefordert. Beim Prozessauftakt in Madrid verlangten 180 Geschädigte in einer Sammelklage 204 Millionen Euro.

Grünenthal wies die Forderung zurück: Die Opfer sollten stattdessen Hilfe bei der deutschen Contergan-Stiftung beantragen.

Nach ersten Missbildungen hatte der Pharma-Konzern das Medikament 1961 vom Markt genommen. Doch in Spanien soll Contergan noch einige Monate länger verkauft worden sein.

Josefina Mompeó ist eins von etwa 3000 Contergan-Opfern im Land. Sie meint, ihre Mutter sei sehr traurig, aber nicht in der Lage, über ihre Missbildung zu sprechen. Am heutigen Tag könne sie schließlich aufatmen. Josefina Mompeó hofft auf Gerechtigkeit.

Im vergangenen Jahr hat sich Grünenthal erstmals bei den Opfern entschuldigt. Weit mehr als 50 Jahre später, nachdem erste Säuglinge mit Missbildungen auf die Welt kamen. Ende der 50er Jahre nahmen Schwangere Contergan bei starker Morgenübelkeit.

Weltweit sind schätzungsweise 10.000 Menschen betroffen, davon 5000 in Deutschland.

Mehr dazu: Deutschland, Justiz, Spanien
Copyright © 2013 euronews

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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 15 Okt 2013 06:10 #34259

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german.ruvr.ru/news/2013_10_14/Herstelle...anien-verklagt-0104/


STIMME RUSSLANDS Rund 200 Menschen haben in Spanien den deutschen Pharmakonzern Grünenthal verklagt, der seinerzeit die Arznei "Thalidomid" produziert hatte.
Vor 50 Jahren waren infolge des Einsatzes von Thalidomid durch schwangere Frauen Kinder mit schweren physischen Behinderungen geboren.
Die Medizin war als Beruhigungsmittel für Schwangere angepriesen worden, aber es waren keine klinischen Studien durchgeführt worden, die ihre Unschädlichkeit bewiesen hatten.
Opfern von Thalidomid war es mehrmals gelungen, Distributoren der Arznei vor Gericht zu stellen, aber gegen den Konzern Grünenthal selbst liegt kein einziges Gerichtsurteil vor, obwohl er in einigen Fällen bei vorgerichtlichen Verfahren Entschädigungen gezahlt hatte.
Deutschland, Spanien, Gericht, Kinder, Gesellschaft
Weiterlesen: german.ruvr.ru/news/2013_10_14/Herstelle...anien-verklagt-0104/

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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 15 Okt 2013 09:07 #34261

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Tagesspiegel
15.10.2013

www.tagesspiegel.de/wirtschaft/contergan...spanien/8932304.html

Madrid – Einige kamen auf Krücken in den Gerichtssaal, andere im Rollstuhl. Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine Entschädigung von dem deutschen Pharmakonzern Grünenthal zu erstreiten. Vor einem Gericht in Madrid begann am Montag ein Zivilprozess, in dem 204 Millionen Euro für 180 Betroffene gefordert werden.

Der von Grünenthal hergestellte Wirkstoff Thalidomid, der in Deutschland unter dem Namen Contergan vertrieben worden war, konnte bei der Einnahme in den frühen Schwangerschaftsmonaten schwere Fehlbildungen an den Föten und auch Totgeburten verursachen.
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Während in vielen europäischen Ländern die Überlebenden dieses Arzeimittelskandals entschädigt wurden, kämpften die spanischen Opfer bisher vergeblich um eine Einigung mit dem Konzern. Die Thalidomid-Produkte waren als Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt worden.

Den Schätzungen des spanischen Betroffenenverbandes Avite zufolge wurden in Spanien etwa 3000 Kinder geboren, die durch Contergan Missbildungen an Gliedmaßen und Organen erlitten hatten. Davon leben heute noch annähernd 300 Menschen. „In anderen Ländern sind feste monatliche Renten für die Betroffenen festgesetzt worden“, sagt der 48-jährige Rafael Basterrechea, Vize-Präsident von Avite. „Und das brauchen wir auch. Denn wenn jemand ohne Arme oder Beine geboren wird, kann er nicht arbeiten und benötigt außerdem Hilfe für alle täglichen Dinge.“ Basterrecheas linker Arm ist nur ein Stummel, die Hand verkrüppelt. Auch der rechte Arm ist nicht richtig gewachsen.

Avite wirft Grünenthal vor, das Medikament nicht rechtzeitig zurückgezogen zu haben. In Deutschland waren die Thalidomid-Medikamente Ende 1961 vom Markt genommen worden. Nach Angaben von Grünenthal wurden die Produkte zeitgleich auch in Spanien zurückgerufen. Der Avite-Verband versucht jedoch nachzuweisen, dass die Mittel noch bis 1965 im Umlauf waren. In dem spanischen Contergan-Prozess wird es also auch um die Frage gehen, ob die Risiken des Medikaments vertuscht und spanische Vertriebspartner sowie Ärzte nicht rechtzeitig informiert wurden. Oder ob vielleicht die spanische Arzeimittelaufsicht der damals herrschenden Franco-Rechtsdiktatur versagte. Ralph Schulze
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 15 Okt 2013 14:15 #34264

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www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/k...184900,24631966.html

Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von der deutschen Pharmafirma Grünenthal zu erstreiten. Von Ralph Schulze

Madrid.
Einige kamen auf Krücken in den Gerichtssaal, andere im Rollstuhl. Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von der deutschen Pharmafirma Grünenthal zu erstreiten. Vor einem Gericht in Madrid begann ein Zivilprozess, in dem eine Wiedergutmachung von 204 Millionen Euro für 180 Betroffene gefordert wird.

Der von Grünenthal hergestellte Wirkstoff Thalidomid, der in Deutschland unter dem Markennamen Contergan vertrieben worden war, konnte bei der Einnahme in den frühen Schwangerschaftsmonaten Fehlbildungen an den Föten und Totgeburten provozieren. Während in vielen europäischen Ländern die Überlebenden dieses Arzeimittelskandals entschädigt wurden, kämpften die spanischen Opfer bisher vergeblich um eine Einigung mit dem Konzern. Die Thalidomid-Produkte waren als Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt worden.

Monatliche Rente für Opfer gefordert

Den Schätzungen des spanischen Betroffenenverbandes Avite zufolge wurden in Spanien etwa 3000 Kinder geboren, die durch das Medikament Missbildungen an Gliedmaßen und Organen erlitten hatten. Davon leben heute noch annähernd 300 Menschen. "In anderen Ländern sind feste monatliche Renten für die Betroffenen festgesetzt worden", sagt der 48-jährige Rafael Basterrechea, Vizepräsident von Avite. "Und das brauchen wir auch. Denn wenn jemand ohne Arme oder Beine geboren wird, kann er nicht arbeiten und benötigt außerdem Hilfe für alle täglichen Dinge."

Avite wirft Grünenthal vor, das Medikament nicht rechtzeitig zurückgezogen zu haben. In Deutschland waren die Thalidomid-Medikamente Ende 1961 vom Markt genommen worden. Nach Angaben von Grünenthal wurden die Produkte zeitgleich auch in Spanien zurückgerufen. Der Avite-Verband versucht nachzuweisen, dass die Mittel südlich der Pyrenäen noch bis 1965 im Umlauf waren. In dem spanischen Contergan-Prozess wird es also auch um die Frage gehen, ob die Risiken des Medikaments vertuscht und spanische Vertriebspartner sowie Ärzte nicht rechtzeitig informiert wurden. Oder ob vielleicht die spanische Arzeimittelaufsicht der damals herrschenden Franco-Rechtsdiktatur versagte.

Vergleichsangebot als "unzureichend" abgelehnt

Ein erstes Vergleichsangebot Grünenthals hatten die spanischen Opfer als "unzureichend" abgelehnt. Die spanischen Betroffenen, sagt ihr Anwalt Ignacio Martínez, wollten genauso behandelt werden wie die deutschen Opfer. Diese bekämen "seit dem Jahr 1971 eine Rente", die heute - je nach Schädigungsgrad - mehr als 6000 Euro monatlich betragen kann. In Deutschland werden die Renten über die Contergan-Stiftung ausgezahlt, welche anfangs von Grünenthal finanziert, aber inzwischen vom Staat übernommen wurden.

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Kölnische Rundschau 15.10.2013

www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/k...184900,24631966.html

Klage auf 204 Millionen Euro Contergan-Opfer ziehen gegen Pharmafirma vor Gericht

Madrid: Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von der deutschen Pharmafirma Grünenthal zu erstreiten. Von Ralph Schulze

Einige kamen auf Krücken in den Gerichtssaal, andere im Rollstuhl. Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von der deutschen Pharmafirma Grünenthal zu erstreiten. Vor einem Gericht in Madrid begann ein Zivilprozess, in dem eine Wiedergutmachung von 204 Millionen Euro für 180 Betroffene gefordert wird.

Der von Grünenthal hergestellte Wirkstoff Thalidomid, der in Deutschland unter dem Markennamen Contergan vertrieben worden war, konnte bei der Einnahme in den frühen Schwangerschaftsmonaten Fehlbildungen an den Föten und Totgeburten provozieren. Während in vielen europäischen Ländern die Überlebenden dieses Arzeimittelskandals entschädigt wurden, kämpften die spanischen Opfer bisher vergeblich um eine Einigung mit dem Konzern. Die Thalidomid-Produkte waren als Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt worden.
Monatliche Rente für Opfer gefordert

Den Schätzungen des spanischen Betroffenenverbandes Avite zufolge wurden in Spanien etwa 3000 Kinder geboren, die durch das Medikament Missbildungen an Gliedmaßen und Organen erlitten hatten. Davon leben heute noch annähernd 300 Menschen. "In anderen Ländern sind feste monatliche Renten für die Betroffenen festgesetzt worden", sagt der 48-jährige Rafael Basterrechea, Vizepräsident von Avite. "Und das brauchen wir auch. Denn wenn jemand ohne Arme oder Beine geboren wird, kann er nicht arbeiten und benötigt außerdem Hilfe für alle täglichen Dinge."

Avite wirft Grünenthal vor, das Medikament nicht rechtzeitig zurückgezogen zu haben. In Deutschland waren die Thalidomid-Medikamente Ende 1961 vom Markt genommen worden. Nach Angaben von Grünenthal wurden die Produkte zeitgleich auch in Spanien zurückgerufen. Der Avite-Verband versucht nachzuweisen, dass die Mittel südlich der Pyrenäen noch bis 1965 im Umlauf waren. In dem spanischen Contergan-Prozess wird es also auch um die Frage gehen, ob die Risiken des Medikaments vertuscht und spanische Vertriebspartner sowie Ärzte nicht rechtzeitig informiert wurden. Oder ob vielleicht die spanische Arzeimittelaufsicht der damals herrschenden Franco-Rechtsdiktatur versagte.
Vergleichsangebot als "unzureichend" abgelehnt

Ein erstes Vergleichsangebot Grünenthals hatten die spanischen Opfer als "unzureichend" abgelehnt. Die spanischen Betroffenen, sagt ihr Anwalt Ignacio Martínez, wollten genauso behandelt werden wie die deutschen Opfer. Diese bekämen "seit dem Jahr 1971 eine Rente", die heute - je nach Schädigungsgrad - mehr als 6000 Euro monatlich betragen kann. In Deutschland werden die Renten über die Contergan-Stiftung ausgezahlt, welche anfangs von Grünenthal finanziert, aber inzwischen vom Staat übernommen wurden.
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 16 Okt 2013 18:38 #34288

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Ärztezeitung 16.10.2013

www.aerztezeitung.de/news/article/848105...gen-gruenenthal.html

Contergan-Geschädigte verklagen Grünenthal

204 Millionen Euro fordern 180 Contergan-Geschädigte aus Spanien von Grünenthal vor Gericht. Der Arzneimittelhersteller hatte ihnen 120.000 Euro pro Jahr angeboten - den Vergleich schlugen die Betroffenen aber aus.

Von Manuel Meyer

MADRID. Mehr als 50 Jahre nach dem Bekanntwerden des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen auch spanische Opfer, eine Entschädigung in Millionenhöhe von dem deutschen Pharma-Unternehmen Grünenthal zu erstreiten.

Bei einem am Montag eröffneten Prozess forderten 180 Geschädigte vor Gericht in Madrid eine Wiedergutmachung für die entstandenen gesundheitlichen Schäden in Höhe von 204 Millionen Euro.

Grünenthal nahm in Deutschland bereits 1961 seine Thalidomid-haltigen Medikamente vom Markt.

Der Wirkstoff war in verschiedenen Beruhigungs- und Schmerzmitteln enthalten und bei Einnahme in frühen Schwangerschaftsmonaten verursachte er schwere Fehlbildungen an den Föten und auch Totgeburten.

Der spanische Contergan-Opferverband Avite, der die Sammelklage eingereicht hat, wirft dem deutschen Arzneimittelproduzenten jedoch vor, das Mittel in Spanien erst 1965 aus dem Umlauf genommen zu haben.

Nach Schätzungen des Opferverbands wurden in Spanien aufgrund der Einnahme des schädlichen Medikamentes etwa 3000 Kinder mit Missbildungen geboren, von denen nur noch 300 leben.
Grünenthal verweist auf Hilfe durch Stiftungen

Grünenthal wies die Forderungen vor Gericht zurück und verwies die spanischen Betroffenen auf die für alle Opfer zur Verfügung stehenden Hilfen bei der Contergan-Stiftung und bei der Grünenthal-Stiftung in Deutschland.

Zuvor lehnte der Opferverband ein Vergleichsangebot Grünenthals ab, der den Opfern eine jährliche Gesamtentschädigung von 120.000 Euro anbot.

"Wir wollen genauso behandelt werden wie die deutschen Opfer, die schon seit über 50 Jahren eine lebenslange Rente erhalten", stellte Rafael Basterrechea, Vize-Präsident von Avite, nach dem Prozessauftakt klar.

Contergan hatte Ende der 1950er Jahre einen der größten Arzneimittelskandale ausgelöst. Weltweit kamen 10.000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, davon 5000 in Deutschland. (mit Material von dpa)
Grüsse Euch

Braunauge
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 16 Okt 2013 18:42 #34289

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Braunauge schrieb:

Contergan-Geschädigte verklagen Grünenthal

204 Millionen Euro fordern 180 Contergan-Geschädigte aus Spanien von Grünenthal vor Gericht. Der Arzneimittelhersteller hatte ihnen 120.000 Euro pro Jahr angeboten - den Vergleich schlugen die Betroffenen aber aus.


Grünenthal hat also sage und schreibe 666,67 Euro pro Person und Jahr angeboten. Wie schäbig ist das denn ?
Grüsse Euch

Braunauge
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 16 Okt 2013 18:46 #34290

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Oder sollte es heißen 120.000 Euro pro Person und Jahr. Das wäre ja wiederum relativ viel.

Verstehe nicht wirklich ...
Grüsse Euch

Braunauge
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 16 Okt 2013 18:58 #34291

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Wenn es sich also um ein Angebot von 120.000 Euro pro Person und Jahr handelt, wären es 10.000 Euro pro Person und Monat. Sollte für spanische Opfer ein Anspruch von der deutschen Conterganstiftung bestehen, würden die 10.000 Euro monatlich vermutlich angerechnet und somit kein Anspruch auf deutsche Conterganrente bestehen.
In Anbetracht dessen, dass die 180 spanischen Opfer offensichtlich jahrzehntelang keine deutsche Conterganrente bezogen haben und bei Annahme eines Vergleichs erst ab jetzt 10.000 Euro monatlich erhalten würden, wäre das auch kein guter Vergleich.
Es ist spannend, wie das Verfahren letztlich ausgehen wird !
Grüsse Euch

Braunauge
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Contergan in Spanien: Verdächtige Dokumente gefunden 19 Okt 2013 08:30 #34304

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Spanische Contergan-Opfer fordern Millionen
Der deutsche Hersteller Grünenthal soll Risiken vertuscht haben
Der Wirkstoff Thalidomid des deutschen Pharmaherstellers Grünenthal wurde von 1957 bis 1961 auch in Spanien Schwangeren als Beruhigungsmittel verschrieben. Das Kind wurde dabei im Mutterleib schwer geschädigt. Die Opfer dort kämpfen noch um Entschädigungen.
Der Wirkstoff Thalidomid des deutschen Pharmaherstellers Grünenthal wurde von 1957 bis 1961 auch in Spanien Schwangeren als Beruhigungsmittel verschrieben. Das Kind wurde dabei im Mutterleib schwer geschädigt. Die Opfer dort kämpfen noch um Entschädigunge (Foto: Archiv)
Von Ralph Schulze

MADRID Einige kamen auf Krücken in den Gerichtssaal, andere im Rollstuhl. Mehr als 50 Jahre nach dem Auffliegen des Contergan-Medikamentenskandals in Deutschland versuchen nun auch die spanischen Opfer eine hohe Entschädigung von dem deutschen Pharmariesen Grünenthal zu erstreiten. Vor einem Gericht in der spanischen Hauptstadt Madrid läuft ein Zivilprozess, in dem eine Wiedergutmachung von insgesamt 204 Millionen Euro für 180 Betroffene gefordert wird.
Der von Grünenthal hergestellte Wirkstoff Thalidomid, der in Deutschland unter dem Markennamen Contergan vertrieben worden war, konnte bei der Einnahme in den frühen Schwangerschaftsmonaten schwere Fehlbildungen an den Föten und auch Totgeburten provozieren. Während in vielen europäischen Ländern die Überlebenden dieses Arzeimittelskandals entschädigt wurden, kämpften die spanischen Opfer bisher vergeblich um eine Einigung mit dem Konzern. Die Thalidomid-Produkte waren als Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt worden. Den Schätzungen des spanischen Betroffenenverbandes Avite zufolge wurden in Spanien etwa 3000 Kinder geboren, die durch das Medikament Missbildungen an Gliedmaßen und Organen erlitten hatten. Davon leben heute noch annähernd 300 Menschen.
„In anderen Ländern sind feste monatliche Renten für die Betroffenen festgesetzt worden“, sagt der 48-jährige Rafael Basterrechea, Vize-Präsident von Avite. „Und das brauchen wir auch. Denn wenn jemand ohne Arme oder Beine geboren wird, kann er nicht arbeiten und benötigt außerdem Hilfe für alle täglichen Dinge.“ Basterrecheas linker Arm ist nur ein Stummel, die Hand verkrüppelt. Auch der rechte Arm ist nicht richtig gewachsen. Der Ellbogen bewegt sich nicht. „Ich kann nicht einmal so einfache Dinge machen, wie mein Hemd zuknöpfen oder mich kämmen.“ Der Opferverband Avite wirft Grünenthal vor, das Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid, das in Spanien zum Beispiel unter dem Markennamen Softenon vertrieben wurde, nicht rechtzeitig zurückgezogen zu haben. In Deutschland waren die Thalidomid-Medikamente Ende 1961 vom Markt genommen worden. Nach Angaben von Grünenthal wurden die Produkte zeitgleich auch in Spanien zurückgerufen. Der Avite-Verband versucht jedoch mit Dokumenten nachzuweisen, dass das Medikament südlich der Pyrenäen noch bis 1965 im Umlauf war.
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In dem spanischen Contergan-Prozess wird es also auch um die Frage gehen, ob die Risiken des Medikaments vertuscht und spanische Vertriebspartner sowie Ärzte nicht rechtzeitig informiert wurden. Oder ob vielleicht die spanische Arzneimittelaufsicht der damals herrschenden Franco-Rechtsdiktatur versagte.
Ein erstes Vergleichsangebot Grünenthals hatten die spanischen Opfer übrigens als „unzureichend“ abgelehnt. Die spanischen Betroffenen, sagt ihr Rechtsanwalt Ignacio Martínez, wollten genauso behandelt werden wie die deutschen Opfer. Und diese bekämen „seit dem Jahr 1971 eine Rente“, die heute – je nach Schädigungsgrad – mehr als 6000 Euro monatlich betragen kann. In Deutschland werden die Renten über die Contergan-Stiftung ausgezahlt, welche anfangs von Grünenthal finanziert, aber inzwischen vom Staat übernommen wurde.
(Aktualisiert: 18.10.2013 12:30)


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